Krypto-Datenschutzprotokolle werden bei der Geldwäsche immer häufiger eingesetzt, doch neue Untersuchungen zeigen eine drastische Diskrepanz in ihrer Verwendung. Laut Daten aus mehr als 200 On-Chain-Untersuchungen, die in den Jahren 2025 und 2026 durchgeführt wurden und vom Krypto-Analysten WazzCrypto zusammengestellt wurden, erwies sich Tornado Cash als das am häufigsten identifizierte Datenschutzprotokoll. Konkret tauchte Tornado Cash in 107 Untersuchungen auf und liegt damit weit vor anderen datenschutzorientierten Protokollen. Zum Vergleich: Railgun belegte mit nur 18 Ermittlungen den zweiten Platz, gefolgt von NEAR Intents mit acht. Wenn man sich die Zahlen anschaut, wird der Abstand zwischen Tornado Cash und dem Rest des Feldes sofort deutlich. Tatsächlich war Tornado Cash mit mehr als fünfmal so vielen Ermittlungen verbunden wie das nachfolgende Railgun, während die restlichen Protokolle jeweils in einstelligen Fällen auftraten. Im Ranking von WazzCrypto war beispielsweise auch Wasabi/WabiSabi CoinJoin mit sieben Untersuchungen enthalten, gefolgt von CoinJoin mit fünf. Unbenannte Datenschutzprotokolle und Umbra tauchten jeweils zweimal auf, während Hinkal, SilentSwap, Monero (XMR) und Shielded Zcash jeweils in einer Untersuchung auftauchten. Insgesamt scheinen die Daten darauf hinzudeuten, dass Datenschutztechnologien häufig verwendet werden, um die Bewegung von Kryptowährungen zu verschleiern. Dies liegt daran, dass Datenschutzprotokolle die Rückverfolgbarkeit von Blockchain-Transaktionen erschweren können, indem sie Verknüpfungen zwischen Adressen unterbrechen oder verschleiern. Railgun verwendet beispielsweise Zero-Knowledge-Kryptografie (zk), um Transaktionsdetails wie Absender, Empfänger, Token-Typ und Betrag zu verbergen. Das Protokoll verfügt außerdem über ein Private-Proofs-of-Innocence (PPoI)-System, mit dem Benutzer nachweisen können, dass eingezahlte Gelder nicht mit bestimmten Listen verdächtiger Transaktionen oder Akteure verknüpft sind. Während sich die Datenschutzinfrastruktur als wiederkehrendes Thema bei Geldwäscheermittlungen herausgestellt hat, muss beachtet werden, dass die oben präsentierten Daten messen, wie oft jedes Protokoll in den analysierten Fällen vorkam, und nicht, wie viel illegales Geld jedes Protokoll verarbeitete. Daher sind weitere Untersuchungen erforderlich, um ein vollständiges Bild zu erhalten. Ausgewähltes Bild über Shutterstock
